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Haus der Sinne - Historie
Das "Haus der Sinne" ist ein Projekt der "Compagnie des Artistes et Fous" und wurde im Herbst 1998 durch Konstanze Kleiner und Matthias Hejlik
als ein ursprünglich auf drei Monate befristetes Projekt gegründet.
Es wurde ermöglicht durch die mietfreie Nutzungsgenehmigung eines Abbruchhauses in Berlin-Weißensee am Antonplatz.
Hauptaktivität während der ersten drei Monate waren die sogenannten "Feste der Sinne" mit verschiedenen Themen (Der Blick, Berührung -Tango, Tod) - alles Eigenproduktionen der "Compagnie des Artistes et Fous" in Kooperation mit befreundeten Künstlern.
Die Möglichkeit der Nutzung eines ganzen Hauses (daher der Name) mit all seinen Räumen, Fluren, Treppen und Kellern für verschiedene Inszenierungen und begehbare Installationen, bot Gelegenheit, das Publikum in kleinen Gruppen auf sinnliche Erlebnistouren mit Darbietungen von Tanz, Musik, Theater, Film, Licht und Klanginstallationen und anderem zu schicken.
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All dies krönte das anschließende "Buffet amoureux".
Dieser erste Abschnitt der Geschichte des "Haus der Sinne" endete mit einem rauschenden Sylvesterfest. Danach wurde abgebaut und Koffer gepackt.
Als sich der geplante Abriß weiter und weiter verschob, ergriff Thomas Henschel, seitdem Hauptverantwortlicher und künstlerischer Leiter die Initiative. Es wurde wieder ausgepackt und der Spielbetrieb fortgesetzt - stets unter dem Damoklesschwert des drohenden Abrisses.
In dieser Zeit entstand u.a. die erste Fassung der Theaterinszenierung "Die Kunst der Verführung" (bis heute immer wieder in veränderter Form auf dem Spielplan) und die "Tangobar" als experimenteller Ort für argentinischen Tango etablierte sich zusehens.
Im Herbst 1999 endete die Nutzungsgenehmigung endgültig und damit die zweite Phase des "Haus der Sinne", obwohl der Abriß des Gebäudes dann erst 2003 erfolgten sollte.
Übrig blieben eine LKW-Ladung Mobiliar und engagierte Leute - bereit für Phase drei.
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Anfang 2000 entschlossen sich Thomas Henschel, Uwe Bernd und Roland Sardison, sowie Achim Müller und Judith Dick (die ehemaligen Gäste wurden zu engagierten Compagniemitgliedern) wohlgemut in den sauren Apfel zu beißen und dem sinnlichen Unternehmen den bitteren Beigeschmack "Kommerz" zuzufügen, in Form einer zu erwirtschaftenden Miete für neue Räume.
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So steckten sie viel Geld und Arbeit in eine abgetakelte Etage der alten Backfabrik in der Saarbrücker Straße und schon im Frühjahr konnten sich die Tangotänzer, Dank Unterstützung der vielen Helfer, dort rotbraune Schuhsohlen vom frischlakierten Holzboden holen, über den sie zur damals noch "ausgefallenen" Tangomusik schwebten.
Das Konzept ist geblieben:
Verspielte, sinnliche Stimmulation auf neuen Festen wie " Weiße Nächte", "Verbrecherball",
"Verfall und Genuß" (ein Kochspektakel), "Österlicher Tafeltanz",
"Space Soup" (der Vorläufer des "Sofakino").
Bald gab es auch vermehrt Livekonzerte, die heute einen großen Teil des "Haus der Sinne" - Programms ausmachen. In Nachbarschaft mit einem Technoclub trafen Sinnlichkeit und Coolness akkustisch und "einlasstechnisch" hart aufeinander - aber wenn man die einladende, stilvolle Wendeltreppe zum "Haus der Sinne" erklomm, fühlte man wieder den Hauch von Genuß, der nach der plötzlich bevorstehenden Sanierung durch den neuen Eigentümer der Backfabrik wohl verweht wäre - aber eine Etage ist ohnehin kein "Haus"- der Sinne.
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Also Phase vier! In der Ystader Straße fanden sich leere Räume im Hinterhof - eine ehemalige Stasigarage mit Abhöreinrichtung im Nebenraum. Egal, der Raum war zum verlieben, der Keller ein Labyrinth und das Abhörzimmer konnte als Küche bessere Dienste leisten.
Die Vermieter sind sympathisch und halfen - neue Wände und Fenster, Treppe zum Keller und Heizungsanlage waren ein lohnender Aufwand, und schon auf der Baustelle fand die erste Party statt.
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Die Eröffnung am 3. Februar 2001 bekam den Titel "Wolle die Wandlung" und wurde mit dem beliebten "Buffet amoureux" gefeiert. Noch im selben Monat gab es den ersten Maskenball und gleich darauf im März einen Verbrecherball.
Die "Compagnie des Artistes et Fous" konnte nun wieder in Gewölben spuken,
im Kerzenschein verführen oder bedrohlich um Spieltische schleichen, kurz, die Gäste in jede beliebige Szene zaubern. Bald erweiterte sich die Sinnlichkeit auch auf den Hof. Die freundliche Nachbarschaft sieht's gelassen, wenn an lauen Sommerabenden in Hofes Mitte die Feuerschale lodert und aus dem von Thomas und Matthias gebauten Pizzaofen pikante Düfte strömen.
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Für all diese Mühen und Freuden gab es im Jahr 2002 eine Förderfinanzspritze über den Quartiersfond, die dem "Haus" u.a. ein neues Beleuchtungspult und nützliche Tontechnik bescherte. Das restliche Mobilar ist nach wie vor liebevoll aus Spenden zusammengestellt. Das Klavier hatte das "Berliner Ensemble" übrig, die Scheinwerfer gab der SFB günstig ab, die vielen Kostüme und Requisiten sind ertrödelt oder selbstgemacht.
In jedem der Compagniemitglieder steckt ein Talent was er/sie
auf unterschiedlichem Gebiet - neben dem Darstellen und
dem unermüdlichen, teils unentgeldlichen Einsatz -
einbringt. So treffen die Besucher z.B. auf Daniel, der
nun im 4.Jahr dabei ist und als "Mann für alle Fälle"
auch schon mal die stellvertretende Leitung des Hauses übernimmt,
beim Theater mitspielt oder die Technik macht. Am Einlaß
bezaubert seit langem Joana
oder Ute; Christine,
Bastian oder Helge
verwöhnen an der Bar; André
Ebert und Robert bauen Requisiten; Thomas legt freitags
zum Tango Musik auf und DJ
Roland zu allen anderen Gelegenheiten ; Mo
Herzinger tanzt, spuckt Feuer und spielt wie auch Susann
Roge bei der Kunst der Verführung mit; Solar
gestaltet die neue Webseite und schließlich gibt es
noch viele Freunde
und Förderer, die immer mal wieder einspringen
wenn´s nötig ist.
Stand November 2004
Veranstaltungsarchiv
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